Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed hat zum 130. Jahrestag des Sieges von Adwa die historische Bedeutung des Ereignisses für die nationale Souveränität hervorgehoben. In einer vorab verbreiteten Botschaft rief er die Bevölkerung auf, aus dem Triumph neue Kraft für Gegenwart und Zukunft zu schöpfen.
Die landesweiten Feierlichkeiten zum Jahrestag des Sieges über italienische Kolonialtruppen finden am 2. März statt. Sie stehen in diesem Jahr unter dem Motto „Glorious Past: Radiant Future“ und werden auch in äthiopischen Auslandsvertretungen sowie in Diaspora-Gemeinschaften begangen.
Abiy bezeichnete den Sieg von Adwa als Beleg für die Entschlossenheit und Geschlossenheit des äthiopischen Volkes bei der Verteidigung von Freiheit und nationaler Unabhängigkeit. Unterschiedliche politische Auffassungen im Inneren hätten die gemeinsame Verpflichtung zum Schutz eines souveränen Staates nicht aufgehoben. Auch die historischen Akteure von Adwa seien in innenpolitischen Fragen uneins gewesen, hätten jedoch ein gemeinsames Ziel verfolgt.
Zugleich erinnerte der Ministerpräsident daran, dass es während der Auseinandersetzung auch Unterstützung für die italienischen Invasionstruppen gegeben habe. Patriotismus bedeute, nationale Interessen über persönliche Vorteile zu stellen und Verrat zu überwinden.
Aufruf zur Stärkung zentraler Wirtschaftssektoren
Abiy verwies darauf, dass die heutige Generation die Verantwortung trage, die nationale Leistungsfähigkeit in zentralen Bereichen auszubauen. Er nannte Landwirtschaft, Industrie, Tourismus, Bergbau und digitale Entwicklung als Schlüsselbereiche für eine umfassende Stärkung des Landes.

Der Jahrestag diene dem Gedenken und der Reflexion über Widerstandskraft und nationale Prinzipien. Die historische Erfahrung von Adwa solle als Orientierung für den weiteren inneren Zusammenhalt dienen.
Afrikanische Union betont kontinentale Bedeutung
Auch der Vorsitzende der Kommission der Afrikanische Union, Mahmoud Ali Youssouf, würdigte den Sieg von Adwa als Meilenstein afrikanischer Souveränität und Würde. Der Erfolg habe ein Signal gesendet, dass Afrika sein eigenes Schicksal bestimme.

In seiner Botschaft hob er hervor, dass der Geist von Adwa weiterhin die Ziele der Agenda 2063 präge. Gegenwärtige Herausforderungen erforderten Einheit und Solidarität auf kontinentaler Ebene. Die Kommission bekräftigte ihr Engagement für Frieden, Integration und gemeinsame Entwicklung.
Russland verweist auf historische und aktuelle Kooperation
Der russische Außenminister Sergey Lavrov gratulierte Äthiopien ebenfalls zum Jahrestag. In einem Schreiben an seinen äthiopischen Amtskollegen Gedion Timotheos bezeichnete er die Schlacht von Adwa als historisches Symbol der Souveränität und als Ereignis von globaler Resonanz.

Lavrov verwies auf die langjährigen Beziehungen zwischen Moskau und Addis Abeba sowie auf die Zusammenarbeit in multilateralen Foren wie den Vereinten Nationen und BRICS. Er nannte laufende Projekte in den Bereichen Handel, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und humanitäre Zusammenarbeit.
Dazu zählen Pläne für den Bau eines von Russland konzipierten Kernkraftwerks in Äthiopien, die Wiederherstellung des nach Dejazmach Balcha benannten Russischen Rotkreuz-Krankenhauses in Addis Abeba sowie die Einrichtung eines gemeinsamen russisch-äthiopischen Forschungszentrums für biologische Wissenschaften.
Der Sieg von Adwa gilt als entscheidendes historisches Ereignis, bei dem äthiopische Truppen die italienischen Kolonialstreitkräfte besiegten und die staatliche Unabhängigkeit des Landes bewahrten.