Frankreich und Madagaskar geben sich klare Ziele

Frankreich und Madagaskar haben einen erneuerten bilateralen Partnerschaftsrahmen für die kommenden 24 Monate beschlossen. Präsident Emmanuel Macron und Michaël Randrianirina, Präsident der Refondation der Republik Madagaskar, einigten sich am 24. Februar 2026 im Élysée-Palast in Paris auf zentrale Leitlinien für die Zusammenarbeit.

Die Vereinbarung legt die politische und wirtschaftliche Ausrichtung der Beziehungen bis zum Abschluss des madagassischen Reformprozesses fest. Beide Seiten definierten drei Prioritäten: die Konsolidierung der politischen Beziehungen, die Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung Madagaskars sowie die Fortsetzung der Sicherheits- und Verteidigungskooperation unter Wahrung der Souveränität beider Staaten.

Politischer Rahmen und Reformprozess

Emmanuel Macron würdigte nach Angaben des Élysée-Palasts die ersten Fortschritte des Reformprozesses in Madagaskar. Er bekräftigte die Unterstützung Frankreichs für die Organisation freier und transparenter Wahlen im vorgesehenen Zeitrahmen.

Michaël Randrianirina hatte vor seiner Abreise erklärt, der Besuch in Frankreich stehe nicht im Zusammenhang mit seiner vorangegangenen Reise nach Russland. „Madagaskar ist vollständig offen für die Nationen der Welt, sofern das madagassische Volk davon profitiert“, sagte er.

Die madagassische Delegation umfasste mehrere Regierungsmitglieder, darunter die Justizministerin Fanirisoa Ernaivo sowie den Präsidenten der Nationalversammlung Siteny Randrianasoloniaiko.

Wirtschaft und Investitionen

Beide Präsidenten begrüßten die Initiative des Groupement des Entreprises de Madagascar und von MEDEF International, einen strategischen Investitionsplan im Einklang mit der madagassischen Reformagenda umzusetzen.

Macron verwies auf neue Kooperationsprojekte seit Oktober im Umfang von rund 70 Millionen Euro. Frankreich unterstützt unter anderem das Wasserkraftprojekt Volobe sowie Vorhaben im Bereich der maritimen Wirtschaft und der Hafeninfrastruktur in Antsiranana.

Humanitäre Hilfe nach Zyklonen

Auf Ersuchen der Regierung Madagaskars entsandte Frankreich nach Angaben des gemeinsamen Kommuniqués 20 Tonnen humanitäre Hilfsgüter sowie rund 50 technische Experten und Einsatzkräfte des Zivilschutzes. Die Unterstützung richtet sich an Betroffene der Zyklone Fytia und Gezani.

Beide Seiten betonten das Ziel, die bilaterale Zusammenarbeit auf konkrete Projekte auszurichten, die wirtschaftliches Wachstum, Beschäftigung und institutionelle Stabilität fördern.

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