Die Zyklone Fytia und Gezani haben in Madagaskar schwere Verwüstungen hinterlassen und mindestens 38 Menschen das Leben gekostet. Am 13. Februar 2026 meldeten die Behörden zudem 374 Verletzte und mehr als 260.000 Betroffene; nach Angaben der Vereinten Nationen befinden sich rund 400.000 Menschen in einer akuten Notlage.
Innerhalb von zehn Tagen trafen die beiden Stürme mit starken Regenfällen, Überschwemmungen und heftigen Winden auf die Insel. Die Regierung rief den nationalen Katastrophenzustand aus und wandte sich mit einem Hilfsappell an die internationale Gemeinschaft.
Schwere Schäden in Tamatave
Besonders betroffen ist Tamatave, die zweitgrößte Stadt des Landes. Nach Angaben der Behörden wurden rund 80 Prozent der Stadt beschädigt. Die Stromversorgung funktioniert nur noch zu etwa fünf Prozent, die Wasserversorgung ist unterbrochen.
“The scale of the destruction is really overwhelming.” #Madagascar: Some 10 days after Tropical Cyclone Fytia brought heavy rains and flooding, Cyclone Gezani has left the island’s main port in ruins, @WFP says. https://t.co/YaMy8wEDJV pic.twitter.com/sFGitpCksv
— United Nations Geneva (@UNGeneva) February 17, 2026
Tania Goosens, Landesvertreterin des Welternährungsprogramms in Madagaskar, sagte bei einem UN-Briefing in Genf: „Während meines Besuchs habe ich Familien gesehen, die versuchten, die wenigen verbliebenen Gegenstände aus ihren Häusern zu retten. Viele verbringen die Nacht in Häusern, deren Dächer abgedeckt wurden, während es weiterhin regnet.“ Entwurzelte Bäume und Trümmer versperrten zahlreiche Straßen, zudem sei Treibstoff nur schwer verfügbar.
Neben Wohnhäusern wurden öffentliche Gebäude, Schulen, Geschäfte und ein Krankenhaus schwer beschädigt.
Verschärfte Ernährungskrise

Bereits vor dem Eintreffen der Zyklone litten nach UN-Angaben 1,57 Millionen Menschen unter Ernährungsunsicherheit, darunter 84.000 in einer akuten Notlage. Das Welternährungsprogramm warnt, dass diese Zahl nun auf bis zu 1,8 Millionen steigen könnte.
Die humanitären Bedürfnisse nähmen zu, während die verfügbaren Mittel begrenzt seien, erklärte das Welternährungsprogramm.
Internationale Hilfe läuft an
Die Weltbank stellte eine erste Nothilfe in Höhe von 37 Millionen US-Dollar bereit. Die Mittel sollen 40.000 betroffene Haushalte unterstützen. Geplant sind Soforthilfen, soziale Geldtransfers, Programme gegen Entgelt für gemeinnützige Arbeiten, Ernährungsunterstützung für Kinder und Schwangere sowie die Wiederherstellung grundlegender Dienste wie Trinkwasserversorgung und Elektrizität.
Atou Seck, Vertreter der Weltbank in Madagaskar, erklärte: „Unsere Gedanken sind bei allen Malagasy, die von den Zyklonen Gezani und Fytia betroffen sind.“ Die Institution unterstütze sowohl die akute Nothilfe als auch die wirtschaftliche Erholung.
China kündigte einen nicht rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von 65 Milliarden Ariary an, was rund 13 Millionen Euro entspricht. Präsident Randrianirina Michaël gab die Zusage am 13. Februar im Präsidentenpalast in Antananarivo bekannt. Die Mittel sollen zur Finanzierung von Wiederaufbaumaßnahmen beitragen.
Deutsche Unterstützung über multilaterale und bilaterale Kanäle
Die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Antananarivo erklärte, Deutschland stehe in Solidarität an der Seite des malagassischen Volkes. Botschafter Oliver Knoerich sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus und verwies auf die langjährige Partnerschaft beider Länder.
🇩🇪🤝🇲🇬 pic.twitter.com/JEAThskUQ8
— Ambassade d'Allemagne à Madagascar et à Maurice (@Amb_Ger_MDG_MUS) February 17, 2026
Deutschland beteiligt sich am Budget des UN-Systems, darunter am Zentralen Nothilfefonds der Vereinten Nationen, der fünf Millionen Euro für die humanitäre Hilfe in Madagaskar freigegeben hat. Rund 20 Prozent dieser Summe stammen aus deutschen Beiträgen.
Über die Europäische Union bereitet das Technische Hilfswerk eine Lieferung von Notfallmaterial im Wert von 300.000 Euro vor. Geplant sind unter anderem 300 Zelte, 1.000 Wasserfilter, 1.000 Kochsets und 1.280 Isomatten. Zusätzlich unterstützt Deutschland ein Projekt in der Region Boeny, das bis Ende März mehr als 38.000 Menschen erreichen soll.
Nach Angaben der deutschen Botschaft beläuft sich die Gesamthilfe Deutschlands auf rund drei Millionen Euro.