Die Staats- und Regierungschefs der Afrikanischen Union haben Évariste Ndayishimiye, Präsident von Burundi, zum Vorsitzenden der Union für das Jahr 2026 gewählt.
Die Entscheidung fiel am 14. Februar zum Auftakt der 39. ordentlichen Sitzung der AU-Versammlung in Addis Abeba.

Ndayishimiye übernimmt das rotierende Amt von Angolas Präsident João Lourenço, der die Union im Jahr 2025 geführt hatte. In seiner Übergaberede gratulierte Lourenço dem neuen Vorsitzenden und sprach von einer „einstimmigen Wahl“, die das Vertrauen der Mitgliedstaaten widerspiegele.
Gipfel unter dem Schwerpunkt Wasser- und Sanitärversorgung
Das zweitägige Treffen steht unter dem Thema „Sicherstellung nachhaltiger Wasserverfügbarkeit und sicherer Sanitärsysteme zur Erreichung der Ziele von Agenda 2063“.
Der Vorsitzende der AU-Kommission, Mahmoud Ali Youssouf, bezeichnete den Zugang zu Wasser als kollektives Gut, das Entwicklung und Frieden fördern müsse. Das Gipfeltreffen finde in einer Phase geopolitischer Spannungen, anhaltender Konflikte und erneuter verfassungswidriger Regierungswechsel statt. Vor diesem Hintergrund rief er die Mitgliedstaaten auf, politische und wirtschaftliche Integration zu beschleunigen.
Auch Lourenço hob in seiner Rede zur Amtsübergabe hervor, dass die Sicherstellung von Trinkwasser und Sanitärsystemen eine „moralische und politische Verpflichtung“ darstelle. Der Zugang zu Wasser sei eine zentrale Voraussetzung für öffentliche Gesundheit, Ernährungssicherheit und Stabilität.
Friedens- und Sicherheitsfragen auf der Agenda
Neben dem Jahresthema stehen mehrere sicherheitspolitische Dossiers auf der Tagesordnung. Die Versammlung befasst sich unter anderem mit der Lage im Sudan und Südsudan sowie mit der Situation in der Sahelregion.

Zudem sollen zehn Mitglieder des Friedens- und Sicherheitsrats der Afrikanischen Union formell bestätigt werden. Weitere Berichte betreffen institutionelle Reformen, die Beteiligung der AU an der G20 sowie die Umsetzung von Agenda 2063.
UN-Generalsekretär António Guterres betonte in Addis Abeba die Bedeutung der strategischen Partnerschaft zwischen den Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union. Er sprach sich für eine Reform des UN-Sicherheitsrats mit stärkerer afrikanischer Repräsentation aus und unterstrich die Notwendigkeit multilateraler Zusammenarbeit für Frieden und nachhaltige Entwicklung.
Neues Präsidium der Versammlung
Mit der Wahl Burundis an die Spitze der Union wurde auch das neue Präsidium für 2026 benannt.
- Vorsitz: Burundi
- Erster Vizevorsitz: Ghana
- Zweiter Vizevorsitz: Tansania
- Dritter Vizevorsitz: noch zu bestätigen für die Region Nordafrika
- Berichterstatter: Angola
Die Beratungen der Staats- und Regierungschefs dauern bis zum 15. Februar an.