Mali verstärkt das Militär mit AKINCI-Drohnen

In der Region Mopti hat die malische Luftwaffe Ende Januar 2026 Drohnen des Typs Bayraktar AKINCI in Dienst gestellt. Die Übergabe erfolgte auf der Luftwaffenbasis 200 in Sévaré durch Verteidigungsminister Sadio Camara an den Generalstabschef Oumar Diarra. Die Maßnahme steht im Zusammenhang mit der laufenden Modernisierung der Streitkräfte und der sicherheitspolitischen Neuaufstellung Malis im Sahel. Zeitgleich verweisen offizielle Angaben auf eine veränderte Einordnung des Landes im Global-Firepower-Ranking 2026.

Übergabe auf der Luftwaffenbasis Sévaré

Die offizielle Übergabe der AKINCI-Drohnen fand auf der Base aérienne 200 in Sévaré statt. Neben Verteidigungsminister Sadio Camara nahmen der Generalstabschef der Streitkräfte, Oumar Diarra, sowie der Chef des Luftwaffenstabs, Alou Boï Diarra, an der Zeremonie teil. Anwesend waren zudem militärische und zivile Vertreter der Region.

In seiner Ansprache verwies Camara auf die veränderte Sicherheitslage im Sahel. Er beschrieb eine Zunahme hybrider Bedrohungen, die konventionelle militärische Auseinandersetzungen, asymmetrische Taktiken, Informationsoperationen und Angriffe auf wirtschaftliche Infrastruktur miteinander verbinden. Vor diesem Hintergrund betonte er die Notwendigkeit, die Streitkräfte kontinuierlich anzupassen und technologisch weiterzuentwickeln.

Modernisierung der Streitkräfte und sicherheitspolitischer Kurs

Die Einführung der AKINCI-Drohnen ist Teil eines umfassenderen Modernisierungsprozesses der Forces armées maliennes (FAMa). Nach Darstellung des Verteidigungsministers dient die fortlaufende Beschaffung moderner Systeme dazu, die operative Leistungsfähigkeit zu erhöhen und die Eigenständigkeit der Streitkräfte zu stärken. Die neuen Drohnen werden dabei als Beitrag zur Verbesserung von Aufklärung, Überwachung und militärischer Wirkung eingeordnet.

Camara stellte die Aufrüstung in einen politischen Rahmen und verwies auf die Prioritäten der Übergangsregierung. Der Ausbau militärischer Fähigkeiten gilt demnach als zentrales Element der nationalen Verteidigungsstrategie. In diesem Zusammenhang appellierte er an bewaffnete Gegner, die Waffen niederzulegen und in den staatlichen Rahmen zurückzukehren. Zugleich machte er deutlich, dass verbleibende Gruppen militärisch bekämpft würden.

Regionale Koordination innerhalb der AES

Die sicherheitspolitische Ausrichtung Malis wird zugleich mit der Zusammenarbeit innerhalb der Konföderation der Sahelstaaten verknüpft. Die Koordination mit Partnerländern der AES wird als Bestandteil der militärischen Strategie dargestellt. Ziel ist es, grenzüberschreitenden Bedrohungen gemeinsam zu begegnen und die operative Abstimmung zu vertiefen.

Der Verteidigungsminister würdigte in diesem Zusammenhang den Einsatz der Soldaten in den laufenden Operationen und hob die Bedeutung des Rückhalts in der Bevölkerung hervor. Er sprach zudem Verwundeten seine Unterstützung aus und verwies auf zivile und militärische Geiseln. Nationale Einheit wurde dabei als Voraussetzung für militärische Erfolge benannt.

Mopti-Reise und symbolische Schlüsselübergabe

Parallel zur Übergabe in Sévaré hielt sich der Verteidigungsminister in der Region Mopti auf. Begleitet wurde er unter anderem vom Generalstabschef Oumar Diarra und vom Chef des Luftwaffenstabs Alou Boï Diarra. Vor Ort traf die Delegation mit regionalen Verwaltungs- und Militärvertretern zusammen.

Im Rahmen dieser Reise überbrachte Camara eine Botschaft des Präsidenten der Übergangsregierung an die Streitkräfte und die Zivilbevölkerung. Gespräche mit Truppen sowie mit administrativen und traditionellen Autoritäten standen ebenso auf dem Programm wie ein gemeinsames Treffen mit militärischen Verantwortlichen in Sévaré. Die Übergabe der symbolischen „Schlüssel“ für mehrere AKINCI-Drohnen an den Generalstabschef war Teil dieses Besuchs.

Militärische Ausrüstung und öffentliche Präsenz in Bamako

Zeitgleich wurde in der Hauptstadt Bamako ein umfangreicher Militärkonvoi registriert, der Ausrüstung in Richtung Kati transportierte. Beobachtet wurden unter anderem gepanzerte Fahrzeuge, Artilleriesysteme, Raketenwerfer und moderne Aufklärungsfahrzeuge. Der Konvoi wurde von Spezialeinheiten begleitet.

Die sichtbare Verlegung von Material wird als weiterer Schritt im Rahmen der laufenden Aufrüstung interpretiert. Die in Sévaré stationierten Drohnen gelten dabei als Teil eines breiteren Ausstattungsprogramms, das verschiedene Waffengattungen umfasst.

Einordnung im Global-Firepower-Ranking 2026

Im Jahresbericht 2026 des Instituts Global Firepower wird Mali eine veränderte militärische Position zugeschrieben. Demnach belegt das Land innerhalb der UEMOA den ersten Platz, innerhalb der ECOWAS den zweiten Rang hinter Nigeria. Auf kontinentaler Ebene wird Mali auf Platz 17 von 54 Staaten geführt, weltweit auf Rang 104 von 145 bewerteten Ländern.

Als Faktoren für diese Einordnung werden unter anderem die technologische Modernisierung, der Ausbau von Aufklärungs- und Wirksystemen sowie die Einführung von Drohnen wie AKINCI und TB2 genannt. Ergänzend wird die Finanzierung der Ausrüstung aus dem nationalen Haushalt als Hinweis auf größere logistische Eigenständigkeit gewertet. Auch die kontinuierliche Einsatzpraxis der Streitkräfte fließt nach Angaben des Instituts in die Bewertung ein.

Verwandte Beiträge
Total
0
Share