Die Sicherheitslage im Osten der Demokratischen Republik Kongo bleibt angespannt. Nach aktuellen Analysen führten die kongolesischen Streitkräfte (FARDC) mehrere Drohnenangriffe auf Stellungen der Rebellengruppe M23 im Distrikt Walikale durch. Parallel kam es zu Gefechten zwischen M23-nahen Milizen, regierungsnahen Wazalendo-Kämpfern und der Armee in Teilen von Nord- und Südkivu. Die Auseinandersetzungen konzentrierten sich entlang zentraler Verkehrsachsen und logistischer Knotenpunkte.
Gefechte zwischen M23 und Wazalendo in Nordkivu
Im Distrikt Rutshuru in Nordkivu kam es zu Zusammenstößen zwischen regierungsnahen Wazalendo-Milizen und M23-Kämpfern. Nach Berichten lokaler Medien griffen Wazalendo-Einheiten am 26. Januar eine M23-Patrouille nahe dem Dorf Kinyankuku in der Bwito-Chefferie an. Das Gebiet Bukombo gilt seit Monaten als Schauplatz wiederholter Gefechte, da M23 dort regelmäßig Operationen gegen bewaffnete lokale Milizen durchführt. Bereits Mitte Januar waren in derselben Region ähnliche Zusammenstöße gemeldet worden.
Südliche Front: Kämpfe in Fizi und um strategische Punkte
Auch in Südkivu verschärfte sich die Lage. Im Distrikt Fizi lieferten sich mit M23 verbündete Twirwaneho-Kämpfer Gefechte mit der FARDC und verbündeten Kräften. Betroffen waren unter anderem das Dorf Rugezi südlich von Minembwe sowie der Sektor Mutambala westlich der Küstenstadt Baraka entlang der Nationalstraße RN5. Twirwaneho erklärte, Regierungstruppen hätten ihre Stellungen angegriffen und Drohnen eingesetzt. Zudem wurde von einer verstärkten Präsenz burundischer Truppen im Raum Mutambala berichtet.

Ein weiterer Brennpunkt war der Ort Point Zéro nördlich von Mutambala. Pro-M23-nahe Quellen meldeten mehrere gescheiterte Versuche der FARDC, das Gebiet zwischen dem 23. und 26. Januar zurückzuerobern. Twirwaneho hatte Point Zéro bereits Mitte Januar eingenommen.
Drohnenangriffe entlang der RP1030 in Walikale
Besonders intensiv waren die militärischen Aktivitäten im Distrikt Walikale in Nordkivu. Die FARDC setzte dort mehrfach Kampfdrohnen gegen M23-Stellungen entlang der wichtigen Versorgungsroute RP1030 ein. Am 24. Januar sollen Drohnen die Ortschaften Mpeti und Minjenje im Kisimba-Gebiet getroffen haben. Beide Orte gelten als zentrale logistische Knotenpunkte der M23, insbesondere Mpeti als vorgeschobene Stellung östlich der Stadt Pinga.
The African Union (AU) is trying to strengthen its ability to facilitate the implementation of struggling peace agreements in the eastern DRC.
— Critical Threats (@criticalthreats) January 26, 2026
Togolese President Faure Gnassingbé, the AU mediator for the eastern DRC file, hosted a high-level peace conference for the AU process… pic.twitter.com/VOa70GqvEr
Bereits am 23. Januar berichteten kongolesische Medien, dass die FARDC einen M23-Angriff auf ein abgelegenes Dorf zwischen Kisimba und Pinga abgewehrt und die Rebellen in Richtung Mpeti zurückgedrängt habe. Weitere Drohneneinsätze richteten sich in den Tagen zuvor gegen mutmaßliche M23-Stellungen in Buleusa und Kikuku, nahe der Grenzen der Distrikte Masisi, Rutshuru und Walikale. Die Angriffe deuten auf eine verstärkte Nutzung unbemannter Luftfahrzeuge durch die Armee hin, um Bewegungen und Nachschublinien der Rebellen zu stören.
Keine neuen politischen Entwicklungen gemeldet
Neben den militärischen Auseinandersetzungen wurden im Berichtszeitraum keine bedeutenden politischen Entwicklungen bekannt. Die Lage in Ostkongo bleibt damit vor allem durch lokale und regionale Gefechte geprägt, während diplomatische oder politische Initiativen nicht sichtbar waren.
Wie das Critical Threats Project in seinem „Congo War Security Review“ vom 26. Januar 2026 berichtet, unterstreichen die jüngsten Ereignisse die anhaltende Fragmentierung der Sicherheitslage im Osten der Demokratischen Republik Kongo und die wachsende Bedeutung moderner militärischer Mittel im Konflikt.