Benin steht vor der Wiederaufnahme seiner Erdölproduktion. Das Offshore-Feld Sèmè, das seit 1998 stillgelegt war, soll Ende Januar 2026 erneut in Betrieb gehen. Betreiber des Projekts ist Akrake Petroleum Benin S.A. Die Rückkehr zur Förderung markiert für das westafrikanische Land einen wirtschafts- und energiepolitisch relevanten Schritt nach fast drei Jahrzehnten Unterbrechung.
Wiederinbetriebnahme des Offshore-Feldes Sèmè
Das Erdölfeld Sèmè liegt vor der südöstlichen Küste Benins und war bereits in den 1980er- und 1990er-Jahren in Betrieb. Die Förderung wurde 1998 eingestellt, vor allem infolge niedriger Weltmarktpreise für Rohöl. Nun soll die Produktion nach Angaben des Betreibers bis Ende Januar 2026 anlaufen. Ursprünglich war der Neustart bereits für Ende 2025 vorgesehen, technische Verzögerungen führten jedoch zu einer Verschiebung.
Nach aktuellem Stand wird eine anfängliche Fördermenge von rund 15.000 Barrel Rohöl pro Tag erwartet.
Betreiberstruktur und Beteiligungen

Operativer Betreiber ist Akrake Petroleum Benin S.A., eine Tochtergesellschaft des in Singapur ansässigen Konzerns Rex International. Akrake Petroleum hält 76 Prozent der Anteile am Projekt. Der beninische Staat ist mit 15 Prozent beteiligt, während die lokale Firma Octogone Trading neun Prozent der Anteile besitzt.
Die Struktur kombiniert staatliche Beteiligung mit internationalem Betreiber-Know-how und lokaler Einbindung.
Technische Vorbereitungen und Infrastruktur
Für die Wiederaufnahme der Förderung wurden zentrale Offshore-Infrastrukturen installiert. Dazu zählen eine mobile Produktionseinheit auf See sowie ein schwimmendes Lager- und Verladeterminal. Der Fokus der laufenden Arbeiten liegt auf der Fertigstellung des Produktionsbohrlochs AK-2H. Parallel dazu wird ein weiterer Explorationsbrunnen gebohrt, um das Potenzial tieferliegender Lagerstätten zu bewerten.
Diese Maßnahmen sollen eine stabile Förderung ermöglichen und zugleich zusätzliche Reserven erschließen.
Historischer Hintergrund des Feldes
Das Erdölfeld Sèmè wurde Ende der 1960er-Jahre entdeckt, zunächst durch Union Oil. Die Entwicklung des Feldes erfolgte in den 1970er-Jahren unter der norwegischen Saga Petroleum. Zwischen 1982 und 1998 wurden insgesamt rund 22 Millionen Barrel Rohöl gefördert. Der Betrieb endete im Zuge ungünstiger Marktbedingungen und technischer Rahmenbedingungen.
Wirtschaftliche und energiepolitische Bedeutung

Mit der Wiederaufnahme der Förderung kehrt Benin nach 27 Jahren in den Kreis der Erdöl produzierenden Staaten zurück. Die Regierung verfolgt damit das Ziel, die staatlichen Einnahmequellen zu diversifizieren und den Energiesektor zu stärken. Die Förderung aus Sèmè soll einen Beitrag zu den öffentlichen Finanzen leisten und zugleich ausländische Investitionen im Energiesektor begünstigen.
Regional positioniert sich Benin damit neu im westafrikanischen Energiemarkt, insbesondere im Umfeld etablierter Produzenten wie Nigeria und Ghana.