Tschad schließt Grenze zu Sudan

Die Regierung des Tschad hat die Grenze zum Sudan mit sofortiger Wirkung und bis auf Weiteres geschlossen. Das teilte Kommunikationsminister und Regierungssprecher Gassim Cherif Mahamat am 23. Februar in N’Djamena in einem offiziellen Kommuniqué mit.

Die Entscheidung folgt nach Angaben der Regierung auf wiederholte Grenzverletzungen und Eindringversuche durch Konfliktparteien aus dem Sudan. Hierbei meint die Regierung die jüngsten Vorfälle der Rapid Support Forces (RSF). Diese hätten die territoriale Integrität, die Stabilität sowie die Sicherheit der Bevölkerung in den Grenzregionen bedroht.

Grenzübergänge geschlossen, Ausnahmen nur aus humanitären Gründen

Mit Inkrafttreten der Maßnahme wurden sämtliche Grenzübergänge zwischen beiden Ländern geschlossen. Der grenzüberschreitende Verkehr von Personen und Waren ist ausgesetzt.

Ausnahmen sind ausschließlich in begründeten humanitären Fällen möglich und bedürfen einer vorherigen Genehmigung durch die zuständigen Behörden. Die administrativen und militärischen Stellen wurden angewiesen, die Umsetzung der Maßnahme strikt zu überwachen.

Hinweis auf Völkerrecht und Recht auf Gegenmaßnahmen

In dem Kommuniqué bekräftigt die Regierung ihr Recht, im Einklang mit dem Völkerrecht auf jede Aggression oder Verletzung der territorialen Unverletzlichkeit zu reagieren. Ziel der Grenzschließung sei es, eine Ausweitung des sudanesischen Konflikts auf tschadisches Staatsgebiet zu verhindern und sowohl die eigene Bevölkerung als auch Geflüchtete zu schützen.

Die Regierung rief die Bevölkerung in den betroffenen Regionen zu Ruhe, Wachsamkeit und zur Einhaltung der Anordnung auf.

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