Präsident Guelleh in Dschibuti mit 97,81 Prozent wiedergewählt

97,81 Prozent für Ismail Omar Guelleh: Dschibutis Amtsinhaber hat die Präsidentschaftswahl laut vorläufigen offiziellen Ergebnissen klar gewonnen und geht in eine weitere Amtszeit.

Dschibutis Präsident Ismail Omar Guelleh ist nach vorläufigen offiziellen Ergebnissen mit 97,81 Prozent der abgegebenen Stimmen im Amt bestätigt worden. In der Nacht zum Samstag veröffentlichte das Innenministerium die Zahlen der Präsidentschaftswahl vom 10. April. Oppositionskandidat Mohamed Farah Samatar vom Centre Démocrate Unifié kam demnach auf 2,19 Prozent. Die Wahl markiert für Guelleh den Beginn einer weiteren Amtszeit von fünf Jahren.

Bei der Abstimmung gaben nach offiziellen Angaben 210.792 Menschen ihre Stimme ab. Das Innenministerium bezifferte die Wahlbeteiligung auf 80,4 Prozent bei 261.857 registrierten Wählern.

Hohes Ergebnis für den Amtsinhaber in allen Regionen

Die vorläufigen Resultate weisen Guelleh in allen sechs Regionen des Landes als klaren Sieger aus. In Arta kam er demnach auf 98,72 Prozent, in Tadjourah auf 98,46 Prozent und in Dikhil auf 98,23 Prozent. In der Hauptstadt Dschibuti erreichte er laut den veröffentlichten Zahlen 96,07 Prozent.

Damit setzte sich der Kandidat der Union pour la Majorité Présidentielle landesweit deutlich durch. Samatar blieb auch in den Regionen weit zurück, erzielte aber in einzelnen Wahllokalen in Ali Sabieh und Balbala höhere Stimmenzahlen als im landesweiten Durchschnitt.

Wahlbüros länger geöffnet

Die Abstimmung begann landesweit um 6 Uhr morgens. Wegen des Andrangs verlängerten die Behörden die Öffnungszeit der Wahllokale um eine Stunde bis 19 Uhr, vor allem in der Hauptstadt und in einzelnen Zentren im Landesinneren.

Insgesamt waren 712 Wahllokale geöffnet. Nach Angaben aus dem staatlichen Umfeld verlief der Wahltag ohne größere Zwischenfälle.

Internationale Beobachter vor Ort

Nach den vorliegenden Angaben begleiteten Beobachter der Afrikanischen Union, der Zwischenstaatlichen Behörde für Entwicklung, der Organisation für Islamische Zusammenarbeit und der Arabischen Liga den Urnengang. Ihre Präsenz wurde von den Behörden und staatsnahen Medien als Teil der Wahlbeobachtung hervorgehoben.

Eine unabhängige Bewertung der Wahl durch diese Missionen liegt noch nicht vor. Das Innenministerium veröffentlichte die Ergebnisse zunächst als vorläufige Zahlen.

Guelleh spricht von einem Sieg des Volkes

Kurz nach Bekanntgabe der Resultate äußerte sich Guelleh vor der Presse. Er würdigte die Wähler und stellte die Abstimmung als Ausdruck nationaler Geschlossenheit dar.

„Es ist unser ganzes Volk, das heute gesiegt hat, um mit neuem Schwung seine legitime Suche nach nachhaltiger Entwicklung fortzusetzen“, sagte Guelleh. Zugleich verband er seine Wiederwahl mit einem Appell an Zusammenhalt, Einheit und Brüderlichkeit.

Wahl in einem strategisch wichtigen Staat am Horn von Afrika

Die Präsidentschaftswahl fand in einem Land statt, das wegen seiner Lage am Horn von Afrika und seiner Hafen-, Flughafen- und Bahninfrastruktur regional großes Gewicht hat. Dschibuti grenzt an einige der konfliktreichsten Räume der Region und gilt für internationale Handels- und Sicherheitsinteressen als wichtiger Knotenpunkt.

Vor diesem Hintergrund wurde die Abstimmung im Land auch als politischer Test für Kontinuität an der Staatsspitze wahrgenommen. Die vorläufigen Zahlen zeigen nun einen klaren Sieg des Amtsinhabers.

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