Algerien und Niger normalisieren ihre diplomatischen Beziehungen und bereiten einen hochrangigen Staatsbesuch vor. Präsident Abdelmadjid Tebboune hat die sofortige Rückkehr des algerischen Botschafters nach Niamey angeordnet, nachdem der nigrische Botschafter seine Tätigkeit in Algier wieder aufgenommen hat. Parallel dazu wird Nigers Übergangspräsident Abdourahamane Tiani am 15. und 16. Februar zu einer Arbeits- und Freundschaftsvisite in Algerien erwartet.
Die Entscheidung zur Rückkehr der Botschafter wurde am 12. Februar durch das algerische Außenministerium bekannt gegeben. Sie erfolgt im Anschluss an die Wiederaufnahme der diplomatischen Funktionen des nigrischen Botschafters in Algier.
Ende der Krise nach Drohnenvorfall

Die bilateralen Beziehungen waren seit dem Frühjahr 2025 belastet. Auslöser war die Zerstörung einer malischen Militärdrohne durch die algerischen Luftstreitkräfte am 31. März 2025. In der Folge zogen Niger, Mali und Burkina Faso ihre Botschafter aus Algerien ab.
Mit der nun angeordneten Rückkehr der diplomatischen Vertreter signalisieren Algier und Niamey die Bereitschaft zur Wiederaufnahme des politischen Dialogs auf hoher Ebene. Das algerische Außenministerium erklärte, die Maßnahme unterstreiche die Bedeutung, die Präsident Tebboune den Beziehungen der Brüderlichkeit, der Zusammenarbeit und der guten Nachbarschaft mit Niger beimesse.
Staatsbesuch mit regionaler Dimension
Der Besuch von Abdourahamane Tiani in Algier soll nach Angaben der algerischen Präsidentschaft der Stärkung der bilateralen Zusammenarbeit dienen. Ziel sei es, die bestehenden Potenziale beider Länder im Interesse der algerischen und nigrischen Bevölkerung besser zu nutzen.
بدعوة من رئيس الجمهورية السيد @TebbouneAmadjid يقوم الفريق عبدالرحمن تياني، رئيس جمهورية النيجر، رئيس الدولة، بزيارة أخوة وعمل إلى الجزائر على رأس وفد هام، يومي 15 و16 فيفري الجاري.
— وزارة الشؤون الخارجية| MFA-Algeria (@Algeria_MFA) February 14, 2026
🇩🇿🇳🇪https://t.co/xJjF9h3teX pic.twitter.com/YAphjMPIbu
Zudem soll das Treffen Gelegenheit bieten, politische Fragen mit Bezug zur afrikanischen Ebene insgesamt sowie zur Sahel-Sahara-Region im Besonderen zu erörtern. Damit rückt neben den bilateralen Themen auch die sicherheitspolitische Lage in der weiteren Region in den Fokus.
Energiekooperation und Transsahara-Pipeline
Bereits Ende Januar hatte der algerische Minister für Energie und Bergbau, Mohamed Arkab, Niamey besucht. Dort wurden die Aktivitäten des staatlichen Energiekonzerns Sonatrach im Niger wieder aufgenommen. Zudem standen Gespräche über das Transsahara-Gasleitungsprojekt (TSGP) auf der Agenda.
Die Wiederbelebung dieser Projekte gilt als zentraler Bestandteil der wirtschaftlichen Kooperation zwischen beiden Staaten. In der Erklärung des algerischen Außenministeriums heißt es, die diplomatische Normalisierung werde die Umsetzung strategischer Vorhaben zugunsten der regionalen und kontinentalen Integration erleichtern.