Deutsche Ferrostaal wird mit Gasförderung in Libyen beginnen

Ein deutsches Unternehmen kehrt in ein zentrales Gasprojekt im Osten Libyens zurück: Ferrostaal soll gemeinsam mit AGOCO die Anlage in Sarir und Messla J22 vor den Probebetrieb bringen.

Die libysche Arabian Gulf Oil Company will gemeinsam mit dem deutschen Industriedienstleister Ferrostaal die Arbeiten an einem Gasprojekt in den Feldern Sarir und Messla J22 wieder aufnehmen. Am Montag kündigte das ostlibysche Unternehmen an, dass Ferrostaal in das Vorhaben zurückkehrt, das nach Unternehmensangaben bereits zu gut 96 Prozent abgeschlossen ist. Damit rückt die Inbetriebnahme eines für die Gasnutzung wichtigen Projekts im Osten Libyens näher. Das Vorhaben soll bisher ungenutztes Begleitgas auffangen und für die Stromversorgung nutzbar machen.

AGOCO setzt auf schnellen Abschluss des Projekts

Auslöser der Ankündigung war ein Treffen des AGOCO-Vorsitzenden Mohamed Bin Shatwan mit Mitgliedern des Managementkomitees. Dabei ging es um die Rückkehr von Ferrostaal und um den weiteren Fortgang des Projekts in den Feldern Sarir und Messla J22.

AGOCO bezeichnete das Vorhaben als eines der wichtigsten Projekte des Sektors. Mit der Wiederaufnahme der Arbeiten soll sich das Tempo bis zum Abschluss weiter erhöhen.

Testbetrieb soll bald beginnen

Nach Angaben des Unternehmens liegt der Fertigstellungsgrad inzwischen bei rund 96,15 Prozent. Damit befindet sich das Projekt kurz vor der Betriebsphase.

Ferrostaal soll nun in absehbarer Zeit den Probebetrieb starten. Danach soll der Übergang in den regulären Betrieb folgen. AGOCO verbindet damit die Erwartung, die Gasnutzung auszuweiten und die Effizienz in der Förderung zu steigern.

Begleitgas soll für Stromversorgung genutzt werden

Im Kern geht es darum, Erdgas aufzufangen, das bei der Rohölförderung freigesetzt wird. Dieses Gas soll nicht länger ungenutzt entweichen, sondern für die Energieversorgung eingesetzt werden.

Nach Darstellung von AGOCO ist vorgesehen, das aufgefangene Gas an eines der Kraftwerke zu liefern, die mit dem Great-Man-Made-River-Projekt verbunden sind. Das Vorhaben verknüpft damit Öl- und Gasförderung mit der Stromversorgung einer für Libyen zentralen Infrastruktur.

Projekt läuft seit 2017

Gestartet wurde das Projekt im Dezember 2017. Bereits im Juni 2025 hatte AGOCO erklärt, dass 96 Prozent des Gasverwertungsprojekts im Feld J22 abgeschlossen seien. Damals kündigte das Unternehmen an, die letzte Projektphase solle am 15. Juli beginnen.

Zu diesem Schritt gehörte auch ein Schulungsprogramm für 42 technische Mitarbeiter. Die nun angekündigte Rückkehr von Ferrostaal knüpft an diese Phase an und markiert den nächsten Schritt auf dem Weg zur Inbetriebnahme.

Gasnutzung gewinnt für Libyens Energiesektor an Bedeutung

Mit dem Projekt verfolgt AGOCO das Ziel, Gasentwicklungsprojekte voranzutreiben, die Produktionsraten zu erhöhen und Ressourcen besser zu nutzen. Die Wiederaufnahme der Arbeiten durch ein deutsches Unternehmen unterstreicht dabei auch die internationale Komponente des libyschen Energiesektors, der trotz politischer Spaltung weiter auf ausländische technische Partner setzt.

Für Libyen ist die Nutzung von Begleitgas nicht nur eine Frage der Produktionseffizienz. Sie berührt auch die Stromversorgung und den Umgang mit Energieverlusten in einem Sektor, der für die Wirtschaft des Landes zentral bleibt.

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