Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian hat am 23. Februar 2026 in Teheran den burkinischen Verteidigungsminister Celestin Simpore empfangen. Im Mittelpunkt des Treffens stand die Ausweitung der bilateralen Beziehungen, insbesondere im Verteidigungs- und Sicherheitsbereich.
Nach Angaben der iranischen Präsidentschaft betonte Pezeshkian, der Blick Teherans auf Afrika sei strategisch, langfristig angelegt und auf gegenseitige Interessen ausgerichtet. Iran sei bereit, seine Kapazitäten in wissenschaftlichen, industriellen und verteidigungspolitischen Bereichen einzubringen, um die Beziehungen mit afrikanischen Staaten, insbesondere Burkina Faso, zu vertiefen.
Betonung strategischer Selbstständigkeit
Simpore würdigte bei dem Treffen die iranischen Fortschritte in der Verteidigungsindustrie und bei Hochtechnologien als Ausdruck nationaler Eigenständigkeit. Burkina Faso sehe Parallelen zwischen den eigenen sicherheitspolitischen Herausforderungen und dem iranischen Umgang mit internationalem Druck.

Zuvor hatte Simpore in Teheran auch Gespräche mit Irans Verteidigungsminister, Brigadegeneral Aziz Nasirzadeh, geführt. Nach iranischen Angaben wurde dabei eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit Westafrika, insbesondere im Sahel, erörtert.
Kooperation ohne konkrete Details
Offizielle Angaben zu konkreten Rüstungsabkommen oder operativen Projekten wurden nicht veröffentlicht. In öffentlichen Mitteilungen beider Seiten ist von einer allgemeinen Bereitschaft zur sicherheitspolitischen Kooperation die Rede, ohne Details zu Umfang oder Zeitrahmen zu nennen.

Bereits 2023 hatten beide Länder mehrere Kooperationsabkommen in zivilen Bereichen unterzeichnet. In diesem Zusammenhang war auch die Möglichkeit vertiefter Konsultationen zu Verteidigungsfragen angesprochen worden.
Neuausrichtung der Sahel-Partnerschaften
Burkina Faso ist gemeinsam mit Mali und Niger Mitglied der Allianz der Sahel-Staaten (AES). Die drei Länder haben in den vergangenen Jahren ihre internationalen Partnerschaften neu ausgerichtet. Der Rückgang westlicher Militärpräsenz im Sahel hat Raum für neue Akteure geschaffen.
Russland gilt als zentraler militärischer Partner der Übergangsregierungen. Iran verstärkt seit einiger Zeit diplomatische Initiativen in Westafrika und verbindet wirtschaftliche, politische und sicherheitspolitische Angebote.
Für Ouagadougou stehen angesichts anhaltender bewaffneter Angriffe durch dschihadistische Gruppen der Ausbau operativer Fähigkeiten und die Diversifizierung externer Unterstützung im Vordergrund. Die Gespräche in Teheran fügen sich in diese breitere strategische Neuausrichtung ein.