Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unternimmt vom 10. bis 15. Dezember 2024 eine diplomatische Reise nach Nigeria, Südafrika und Lesotho. Ziel dieser Reise ist es, politische, wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen zu vertiefen und nachhaltige Projekte zu fördern. Die Reise hebt die strategische Bedeutung Afrikas für Deutschland hervor und unterstreicht die Rolle des Kontinents in einer multipolaren Weltordnung.
Deutschland hat viele enge Partner auf dem afrikanischen Kontinent – diese Partnerschaften möchte BPr #Steinmeier weiter festigen. In dieser Woche reist er nach #Nigeria 🇳🇬, #Südafrika 🇿🇦und #Lesotho 🇱🇸.
Zum Programm: https://t.co/zPoSqHdDRx pic.twitter.com/z9AZNzQIJQ— Cerstin Gammelin (@BPrSprecherin) December 11, 2024
Erster Halt: Nigeria – Brücken bauen und wirtschaftliche Kooperation stärken
In Abuja, der Hauptstadt Nigerias, wurde Steinmeier mit militärischen Ehren von Präsident Bola Ahmed Tinubu empfangen. Steinmeier würdigte die politischen Reformen Nigerias, die die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich verbessert haben. „Die jungen Nigerianerinnen und Nigerianer, die in Deutschland studieren, sind wunderbare Brückenbauer. Sie helfen, unsere Verbindungen zu vertiefen und sind wertvolle Ansprechpartner für deutsche Unternehmen“, erklärte der Bundespräsident.
Steinmeier führte zudem Gespräche mit Omar Touray, dem Präsidenten der Kommission der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS). Themen waren die Förderung der regionalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit und die Stärkung von Handelsbeziehungen.
In Lagos, dem wirtschaftlichen Zentrum Nigerias, betonte der Bundespräsident die Bedeutung der Stadt als Innovationszentrum und logistischen Dreh- und Angelpunkt Westafrikas. Lagos, oft als „Silicon Lagoon“ bezeichnet, bietet mit seiner dynamischen Start-up-Szene hervorragende Bedingungen für Unternehmerinnen und Unternehmer. Steinmeier besuchte mehrere innovative Unternehmen, darunter auch solche mit deutschen Verbindungen, und führte Gespräche über die zukünftige Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen.
Besondere kulturelle Akzente setzte Steinmeier bei einem Treffen mit Literaturnobelpreisträger Wole Soyinka sowie beim Besuch der Nike Art Gallery, wo er mit Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch kam.
„Beziehungen verdichten“ – Darum geht es BPr #Steinmeier beim Besuch in #Nigeria . Gemeinsam mit Präsident Tinubu @officialABAT sprach er mit Vertretern der deutschen Wirtschaft über mögliche Kooperationen, z.B. bei erneuerbaren Energien und der Produktion von Wasserstoff. pic.twitter.com/s9MAVtdVkG
— Cerstin Gammelin (@BPrSprecherin) December 11, 2024
Zweiter Halt: Südafrika – Diplomatie und Erinnerungskultur
In Pretoria traf Steinmeier auf Staatspräsident Cyril Ramaphosa, um den Beginn des südafrikanischen G20-Vorsitzes zu würdigen. Die Gespräche konzentrierten sich auf globale Themen wie Klimawandel, Energiepartnerschaften und multilaterale Zusammenarbeit. Steinmeier unterstrich Deutschlands Unterstützung für Südafrikas Bemühungen, eine führende Rolle auf der globalen Bühne einzunehmen.
Der Bundespräsident sprach auch mit Vertretern der Democratic Alliance, der wichtigsten Oppositionspartei und Regierungspartner des ANC in mehreren Provinzen. Im Mittelpunkt standen innenpolitische Herausforderungen und die Rolle der Demokratie in Südafrika.
Ein Besuch des Freedom Park in Pretoria ermöglichte Steinmeier, den Opfern der Apartheid zu gedenken. Im Gespräch mit Zeitzeugen beleuchtete er die Bedeutung von Erinnerungskultur für die Förderung von Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Versöhnung.
Im Rahmen eines Treffens mit Wirtschaftsvertretern besuchte Steinmeier den BMW IT-Hub in Südafrika. Der Hub zeigt die Innovationskraft südafrikanisch-deutscher Kooperationen, insbesondere im Bereich der digitalen Transformation und technologischen Entwicklung.
Dritter Halt: Lesotho – Ein symbolträchtiger Besuch im Königreich
Zum Abschluss seiner Reise besuchte Steinmeier als erster deutscher Bundespräsident das Königreich Lesotho. In der Hauptstadt Maseru wurde er von König Letsie III. und Premierminister Samuel Matekane empfangen. Die Gespräche konzentrierten sich auf die bilateralen Beziehungen und die Herausforderungen eines kleinen Binnenstaates in Afrika.
Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch des von Deutschland und der EU geförderten Wassermanagementprojekts ReNOKA. Dieses Projekt zielt darauf ab, eine nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen sicherzustellen und die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern.
In Thaba Bosiu, dem historischen Gründungsort des Königreichs Lesotho, reflektierte Steinmeier die Bedeutung kulturellen Erbes für nationale Identität und Entwicklung.