Benin verleiht 21 Menschen afrikanischer Abstammung die Staatsangehörigkeit

In Benin haben 21 Menschen afrikanischer Abstammung offiziell die beninische Staatsangehörigkeit erhalten. Die Übergabe der entsprechenden Bescheinigungen erfolgte im Rahmen einer Zeremonie unter Federführung des Justizministeriums und des Außenministeriums. Die Maßnahme ist Teil des staatlichen Programms „My Afro Origins“ und basiert auf einem Gesetz, das Nachfahren der transatlantischen Versklavung den Zugang zur beninischen Nationalität ermöglicht.

Dritte offizielle Verleihung seit Einführung des Verfahrens

Es handelt sich um die dritte offizielle Zeremonie dieser Art, die von den zuständigen Behörden organisiert wurde. Mit den ausgestellten Dokumenten wird den Empfängerinnen und Empfängern die rechtliche Anerkennung einer bestehenden staatsrechtlichen Verbindung zur beninischen Nation zugesprochen. Zuständig für das Verfahren sind das Ministerium für Justiz und Gesetzgebung sowie das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten.

Nach Angaben der Behörden markiert die Übergabe einen formalen Akt innerhalb eines klar geregelten gesetzlichen Rahmens. Die verliehene Staatsangehörigkeit begründet demnach keine neue Zugehörigkeit, sondern bestätigt eine historisch begründete Verbindung.

Historischer und symbolischer Kontext

Aubierge Olivia Hungbo, Direktorin für Zivilangelegenheiten und Siegelwesen im Justizministerium, verwies auf die historische Dimension der Entscheidung. Benin erkenne damit einen schmerzhaften Teil seiner Geschichte an, der eng mit der transatlantischen Versklavung verbunden sei. Die Staatsangehörigkeit stelle eine juristische Anerkennung dieses historischen Bandes dar.

Die Erklärung unterstreicht die symbolische und erinnerungspolitische Bedeutung des Verfahrens, das über rein administrative Aspekte hinausgeht und sich in einen breiteren staatlichen Umgang mit der eigenen Vergangenheit einordnet.

Programm „My Afro Origins“ als rechtlicher Rahmen

Die Verleihung der Staatsangehörigkeit erfolgt im Rahmen der Initiative „My Afro Origins“. Dieses Programm wurde von Benin ins Leben gerufen, um Menschen afrikanischer Abstammung außerhalb des Kontinents einen formalen Zugang zu ihren Herkunftsbezügen zu eröffnen. Grundlage ist ein beninisches Gesetz, das ausdrücklich die Möglichkeit vorsieht, Nachfahren der transatlantischen Versklavung als Staatsangehörige anzuerkennen.

Die Initiative verbindet verwaltungsrechtliche Verfahren mit kultur- und geschichtspolitischen Zielen. Sie richtet sich an Personen, die ihre familiären Wurzeln in der Region des heutigen Benin verorten.

Frühere Verleihungen und bekannte Persönlichkeiten

Die erste Zeremonie dieser Art fand im August 2025 statt. Damals wurden mehrere international bekannte Persönlichkeiten offiziell als beninische Staatsangehörige anerkannt. Zu ihnen zählten der Radiojournalist Claudy Siar sowie die US-amerikanische Sängerin Ciara.

Ciara wird in diesem Zusammenhang auch kulturell präsent bleiben. Sie ist für einen Auftritt bei den Vodun Days am 8. Januar 2026 in Ouidah angekündigt. Die Veranstaltung gilt als zentrales kulturelles Ereignis mit Bezug zur Geschichte und spirituellen Traditionen des Landes.

Einordnung in die staatliche Erinnerungspolitik

Die fortlaufenden Verleihungen zeigen, dass Benin das Verfahren institutionell verstetigt hat. Mit jeder Zeremonie wird das rechtliche Instrument weiter operationalisiert. Die beteiligten Ministerien sehen darin einen Beitrag zur Anerkennung historischer Zusammenhänge und zur formalen Einbindung von Menschen afrikanischer Abstammung in den Staatsverband.

Wie der staatliche Sender SRTB berichtet, ist die Übergabe der Bescheinigungen Teil einer langfristig angelegten Politik, die rechtliche, historische und kulturelle Dimensionen miteinander verbindet.

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