Ägyptens Regierung prüft die Versorgungssicherheit des Energiesektors und verstärkt strategische Reserven für Gas und Erdölprodukte. Am Sonntag leitete Ministerpräsident Mostafa Madbouly in Kairo eine hochrangige Sitzung zur Lagebewertung vor dem Hintergrund wachsender militärischer Spannungen in der Region.
An dem Treffen nahmen der Minister für Elektrizität und erneuerbare Energien, Mahmoud Esmat, Finanzminister Ahmed Kouchouk sowie Erdölminister Karim Badawi teil. Ziel war es, die Vorsorgemaßnahmen zur Sicherung der inländischen Energieversorgung zu überprüfen und die Einsatzbereitschaft des Sektors zu bewerten.
Madbouly betonte die Bedeutung einer unterbrechungsfreien Versorgung mit Erdgas und Erdölprodukten, um den lokalen Bedarf vollständig zu decken. Die Aufrechterhaltung sicherer strategischer Reserven für verschiedene Nutzungsbereiche habe „höchste Priorität“. Zugleich verwies er auf die Notwendigkeit, laufende Energieprojekte finanziell abzusichern und entsprechende Haushaltsmittel bereitzustellen. Energiesicherheit sei ein zentraler Bestandteil der nationalen Sicherheit.
Diversifizierung der Gasimporte und Ausbau der Infrastruktur
Erdölminister Badawi erläuterte eine Reihe von Vorsorgeschritten, die in Abstimmung mit zuständigen Ministerien und staatlichen Stellen umgesetzt werden. Dazu zählt die Diversifizierung der Gasbezugsquellen neben der inländischen Produktion. Dieser Schritt kommt zeitgleich mit einem sicherheitsbedingten Lieferstopp aus israelischen Quellen.

Nach Angaben des Erdölministeriums hat Ägypten Lieferverträge über Flüssigerdgas mit mehreren Anbietern abgeschlossen und langfristige Vereinbarungen mit internationalen Unternehmen unterzeichnet. Parallel wird die Infrastruktur für den Import von Flüssigerdgas ausgebaut. Dazu gehören der Einsatz und Betrieb von Regasifizierungsschiffen, um die Flexibilität im Versorgungssystem zu erhöhen.
Förderung der Inlandsproduktion und Absicherung der Stromversorgung

Badawi erklärte zudem, die Regierung begleiche regelmäßig offene Forderungen ausländischer Partnerunternehmen. Dies solle die Exploration und Förderung im Inland stabilisieren und zusätzliche Produktionskapazitäten sichern.
Für den Stromsektor bestehe vollständige Bereitschaft, die erforderlichen Gasmengen bereitzustellen. Dies betreffe sowohl private Haushalte als auch industrielle Abnehmer. Gleichzeitig arbeite das Ministerium daran, die verfügbaren Mengen an Benzin, Diesel, Butan und weiteren Kraftstoffen zu erhöhen und die strategischen Reserven auf einem sicheren Niveau zu halten.
Der Hintergrund der Maßnahmen sind zunehmende geopolitische Spannungen, die mögliche Störungen regionaler Energieflüsse befürchten lassen. Die Regierung in Kairo reagiert mit einer Ausweitung präventiver Maßnahmen zur Stabilisierung der nationalen Energieversorgung.