Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot ist zu einem offiziellen Besuch in der Zentralafrikanischen Republik eingetroffen. Der Aufenthalt soll die bilateralen Beziehungen zwischen Paris und Bangui stärken und laufende Entwicklungsprojekte begleiten.
Der Besuch findet am 12. März statt und ist der erste eines französischen Außenministers in dem Land seit mehr als sieben Jahren.
Treffen mit Präsident Touadéra geplant
Während seines Aufenthalts in Bangui trifft Barrot den Präsidenten der Zentralafrikanischen Republik, Faustin-Archange Touadéra. Nach Angaben der beteiligten Akteure stehen Gespräche über die Entwicklung der bilateralen Beziehungen auf der Agenda.

Im Mittelpunkt steht eine gemeinsame Roadmap zur Zusammenarbeit, die im April 2024 von Frankreich und der Zentralafrikanischen Republik vereinbart wurde. Sie soll die politischen Beziehungen erneuern und Kooperation in verschiedenen Bereichen fördern.
Die Vereinbarung betont nach Angaben der Partner eine Zusammenarbeit unter Achtung der Souveränität der Zentralafrikanischen Republik sowie Unterstützung für Stabilität, nationale Einheit und wirtschaftliche Entwicklung.
Besuch von Entwicklungsprojekten

Der französische Außenminister plant außerdem mehrere Termine im Zusammenhang mit Entwicklungsprojekten.
Dazu gehören ein Projekt der französischen Entwicklungsagentur Agence française de développement zur Bekämpfung von Überschwemmungen, ein Zentrum des Netzwerks von Überlebenden sexueller Gewalt sowie der Unternehmensinkubator Bangui Hub. Barrot will zudem an der Einweihung eines Referenzlabors für Polio am Institut Pasteur teilnehmen.
Nach Angaben der beteiligten Institutionen hatte Frankreich im November 2024 über die Entwicklungsagentur eine finanzielle Unterstützung von zehn Millionen Euro bereitgestellt.
Besuch im politischen Kontext
Der Besuch erfolgt wenige Tage nach einer Reise von Präsident Touadéra nach Russland, bei der er mit Präsident Wladimir Putin zusammentraf. Die Gespräche in Moskau standen nach Angaben aus Bangui im Zusammenhang mit Sicherheitsfragen und internationaler Zusammenarbeit.
Zeitgleich sorgt die Festnahme eines französischen Staatsangehörigen in der südöstlichen Stadt Zémio für Aufmerksamkeit. Die Behörden der Zentralafrikanischen Republik verdächtigen den Mitarbeiter der Organisation Ärzte ohne Grenzen, François Antoine Roux Zamparini, an Aktivitäten zur Destabilisierung staatlicher Institutionen beteiligt gewesen zu sein.

